Tag 22 (06.08.2010)
Heute starteten wir wieder 8:30 Uhr in der MHC. Auch diesmal verging wieder eine ganze Weile, bis auch die letzten angekommen waren. So begann unsere Lobpreiszeit 9:10 Uhr. Nach dem anschließenden Input fuhren wir mit einem sehr, sehr alten Bus zu Timothys Papiertütenprojekt. Da uns der Bus nur bis kurz vor den Slum brachte, in dem das „Light & Power Center“ von Timo zu finden ist, brachte, mussten wir noch einige Minuten durch den Slum laufen. Hier scheint es ein riesen Highlight zu sein, wenn weiße Menschen vorbeikommen. So säumten sich die Wegränder mit kleinen Kindern, die „Musungu“ („Weiße!“) schrien und uns unaufhörlich mit ihren piepsigen Stimmen „How are you?“ zuriefen. Auf dem Weg durch den Slum mussten wir auch einen „Fluss“ überqueren, der eine stinkende schwarze Flüssigkeit irgendwohin abfließen ließ.
Endlich im „Light & Power Center“ angekommen, erklärte Timo kurz das Projekt und sagte uns, was wir heute hier machen würden: Zaun streichen und Papiertüten falten. Und genau damit beschäftigten wir uns die kommenden drei Stunden, bis wir wieder zurückfuhren.
Timos Projekt bietet Straßenjungs mehr als nur einen Job, um ein wenige Geld zu verdienen. Für viele ist dieses Projekt ein Sprungbrett in eine bessere Zukunft, weil Jungs, die hier einen Job bekommen, auch die Möglichkeit geboten wird, eine Schule zu besuchen und später sogar zu studieren. Durch den Gewinn aus dem Verkauf der umweltfreundlichen Papiertüten wird das alles ermöglicht. Auch in Deutschland sollen bald Papiertüten aus dem „Light & Power Center“ verkauft werden. Eine kleinere Anzahl werden wir auf unserem Rückflug bereits nach „Ujerumani“ (Swahili für „Deutschland“) transportieren.
Wieder zurück in der MHC erwartete uns auch schon etwas Mittag: Reis, Gemüse und etwas Soße. Nun probten wir noch drei unserer Lieder, gaben das Programm für die letzte Woche bekannt und verabschiedeten uns in unsere Gastfamilien. Alternativ stand es allen frei, noch zu Edus Teaparty zu bleiben.


Halli-Hallo, auch mir sei es gestattet, ein paar Grußzeilen in euer Tagebuch anzufügen. Als Beobachter stand das KMP für zweierlei. Zum einen, dass christliche Jugendarbeit auch in unserer heutigen, schnellebigen, oft oberflächlichen Zeit, spannend sein kann und eine Kooperation innerhalb verschiedener kirchlicher Glaubensrichtungen möglich ist. Gerade letzteres ist ein Fakt, von dem viele Erwachsene lernen können…
Ich wünsche euch eine gesunde Heimkehr. Familien und Freund erwarten gewiss sehnsüchtig.
Jörg
dieser beitrag ist sehr aufschlußreich für uns – sehr authentisch geschildert. Wir finden diese kuren Berichte so kurz und bündig zusammengefaßt – sehr sehr wichtig. So können wir uns bereits jetzt auf eine Frage-Antwort-Stunde einstellen. Ganz gut geeignet, wenn der Rest der Familie sich mit an den Tisch setzt. Vielen Dank! Bis bald! Detlef und Birgit Scholz